Archive for the ‘Ausgang’ Category

Yammie

Samstag, Juni 16th, 2007

Yammie, originally uploaded by chliitierchnuebler.

Spätestens jetzt ist mein ?V-Koller vorbei.

So um die Dreissig

Dienstag, Mai 22nd, 2007

30, diese Zahl verfolgt mich, und das nicht erst seit ich ebenso alt geworden bin. Ausgerechnet am Freitagabend kostete der Eintritt für die Mundartnacht „gägäWärt“ in der Kulturfabrik Kofmehl im Vorverkauf fast dreissig Franken. Ich verstehe immer noch nicht, warum Vorverkaufstickets für Kofmehlanlässe immer 2.– teurer sind als an der Abendkasse. Ich ging mit gemischten Gefühlen hin, war doch das Programm ein Jahr zuvor ziemlich – nennen wir es einmal – mühsam und ich überstand es beinahe nicht bis zur Pause. Ich schob es im Nachhinein nicht auf die Künstler, sondern auf die unbequemen Bänke. Dieses Jahr waren wir früher da und schon der hübsche Stempeljunge – wie nennt man Mitarbeiter, die nur Stempel auf der Gäste Handgelenkinnenseiten drücken müssen? – versprach einen aufregenden Abend. Leider hatte ich mich zu früh gefreut. Der Stempeljunge hatte nämlich schon eine Freundin und es reichte uns wieder nur auf die Holzbänke.

Simon Chen jedoch entschädigte mich sofort für meinen schmerzenden Hintern, der seit der Belly Off-Aktion einiges Polster verloren hat. Chen witzelte sprachgewandt, dass der Buchstabe „D“ im Solothurner Alphabet zweimal erscheine, einmal nach dem „C“ und einmal vor dem „U“ und rief auf zu „mehr Muet zum D, zeigt D-Muet“. Leider blieb es mit Simon Chen bei den positiven ?berraschungen. Bereits nach 30 Minuten hatte ich die Hoffnung aufgegeben, dass es sich noch bessern würde und mir wurde übel. Nicht nur wegen des Programms, sondern auch weil die Lüftung der Halle nicht zu funktionieren schien. Trotz Rauchverbot wurde unter der Tribüne an der Bar fleissig geraucht und uns in den oberen Rängen ging langsam die Frischluft aus. Weitere 30 Minuten später gab es endlich eine Pause. Die hatte ich auch mehr als nötig, denn zuletzt musste ich mir kopfschüttelnd Wortspiele des Walliser Mundartisten Rolf Hermann anhören, der in 30 Sätzen zu erklären versuchte, dass die Hauptsache sei, dass die „Gans gans (=ganz auf Walliserdeutsch)“ sei. Zum Glück stehen Walliser sozusagen unter Sprechschutz, da jeder bei diesem Dialekt automatisch an Fondue, schlechten Weisswein, der sofort besoffen macht und Snowboarden denkt.

Und? Wird es Euch schon langsam langweilig beim Lesen? Jetzt denkt Euch noch einen schmerzenden Hintern dazu und ihr kommt gerade in die richtige Stimmung. So kritisch bin ich erst seit ich 30 bin, was ja nicht unbedingt schlecht ist. Warum immer alles hochjubeln (Edit: Hier war der Artikel des Solothurner Tagblatts verlinkt, dessen Reporter den Abend gelungen und was weiss ich noch alles fand.), wenn’s doch wirklich nicht dem Gegenwert des Einkaufpreises entsprach? Schliesslich arbeite ich hart für meine mikrigen 30 Franken Lohn pro Stunde.

Was nun? Alkohol! Bier? Zu schwach? Genau. Nachdem ich mir für fast 30 Franken Bacardi-Cola geleistet hatte, kam ich endlich etwas in Wochenendstimmung. Statt Euch mit den restlichen Details dieses Anlasses zu nerven überspringen wir die nächsten 30 Minuten bis ich dann keine Luft mehr gekriegt hatte auf der Gallerie der Halle und zu meinem „Bedauern“ den Rest des Programms auslassen musste.

In der Raumbar nebenan ging es mir dann plötzlich wieder ausgezeichnet. Mike from Tribe legte auf, meine Stimmung wurde immer besser und Bacardi-Cola besorgte den Rest. Glücklicherweise gab es mehrere nette Herren, die mir freundlicherweise zu mehr Gleichgewicht verhalfen. Seit ich mich nicht mehr nur auf Männer im Alter um die Dreissig beschränke, sondern auch Jüngere durchaus zu schätzen gelernt habe, sind meine Parties im Kofmehl einiges lustiger geworden: Ich sortiere die Kiddies aus und streiche die offensichtlich weit über Dreissigjährigen und übrig bleiben diejenigen mit Jahrgang 1977 bis 1985. Die nächsten 30 Franken wurden mir dann auch in flüssiger Form spendiert. Leider waren alle Männer um mich herum schon vergeben und der einzige attraktive Singlemann diskutierte mit mir plötzlich über Religionswissenschaften. Normalerweise ein Thema, wo ich mich richtig ausleben könnte, aber mit Bacardi-Cola im Blut einfach sexuell zu wenig stimulierend. Mir wurde wieder übel, dieses Mal aber nur wegen der schlechten, rauchgeschwängerten Luft. Ich wankte die 30 Meter über die Strasse und schlief friedlich in der Praxis meines Vaters auf der Wassermassageliege ein.

langsam erhole ich mich wieder


Die nächsten 3 Tage fühlte ich mich dann wie dreissig sechzig und die restlichen Solothurner Literaturtage fanden beinahe ohne mich statt. Ich erhole mich immer noch. Leider habe ich keine 30 Tage mehr Zeit bis zur nächsten Sause. Um wieder fit zu werden habe ich diese Woche schon für 30 Franken Aerobickurse gebucht. Ich hoffe, es bringt etwas, schliesslich will ich ja bald wieder aussehen wie 25.

Simple Voicing

Samstag, April 21st, 2007


Die Vermittlungsagentur „simple but voicing“ nimmt jeden Kundenwunsch entgegen. Und so spielen sie während des Abends für den Club der gebrochenen Herzen, im Seniorenheim, auf einer Nationalfeiertagsveranstaltung oder im Jaszzclub. Mit Witz und Charme überzeugen die Herren ihre Kundschaft am Telefon davon, dass beim Streichquardett einer gestrichen würde und stattdessen ein Vocaltrio viel besser zur gewünschten Veranstaltung passen würde.

Das fand das Publikum auch. Es überzeugten die 3 Solothurner nicht nur ihre angereisten Fans, sondern auch das Berner Publikum im Theater am Käfigturm. Sowohl Schauspielkunst wie auch Gesang waren vom Feinsten, in Kombination einfach unschlagbar – ich gebe zu, als Fan bin ich einfach nicht objektiv genug.

Ich wollte schon lange einmal wissen, was für ein tolles Gefühl es sein muss, bei einer Ballade einen tiefen Blick des Sängers zu erhaschen. Ich weiss es leider immer noch nicht, aber die beiden anwesenden Freundinnen, die schöne Tierärztin und Sändy, werden mir sicher noch ausführlichen Bericht erstatten müssen. Aber ich war so oder so glücklich, hatte ich doch am Nachmittag die ultimativen Schuhe zu meinem Tangokleid gefunden und bewunderte halt ein bisschen meine Füsse.

Die ganze Truppe traf sich danach noch im Kornhauskeller, wo je nach Grüppchen über den Sinn des Lebens, Erlebnisse zellbiologischer Natur und der Möglichkeit, einen Tag im anderen Geschlecht zu verbringen diskutiert wurde.

Ein Drittel von Simple Voicing, mein Bruder, Sändy und ich landeten zu später Stunde dann noch in der Piano-Bar in Solothurn, wo mit einer Runde Pizza der gelunge Abend einen würdigen Abschluss fand.

Meine Füsse schmerzen übrigens nur ein bisschen, was für neue Frauenschuhe nach einem Gewaltsmarsch durch halb Bern ein absolut gutes Qualitätsmerkmal ist.

Nächste Woche…

Mittwoch, April 18th, 2007

… wird’s was geben. Nämlich eine besoffene ChliiTierChnüblerin.
Vom 26. zum 28. April gibt es wieder Biere aus der ganzen Schweiz an den Biertagen in Solothurn. Zudem eröffnet die one-and-only Hafebar ihre Saison am Freitag kommender Woche.
Mr. Meteoman kommt und das alleine ist schon ein Grund zum Feiern, ausserdem zeigt die Erfahrung, dass Bier alleine schon ausreicht, zahlreiche Männer nach Solothurn pilgern zu lassen. Ich geh‘ mal die Krallen wetzen.

was ich halt so mache

Dienstag, April 17th, 2007

Gestern Abend stellte sich die Frage, ob ich

1. an meinem Radiologievortrag arbeiten, den selbstgemachten Pfefferminzsirup testen und früh zu Bett gehen soll oder

2. dem hübschen Berner zusagen soll, feinen Wein trinken werde und optionalen Bettsport geniessen darf oder dann

3. mit meiner Kollegin in der Stadt mehrere ein Öufi-Bier trinken soll und etwas später angetrunken mein Bett finden werde oder ich

4. mir mit dem Matrosen halbnackte Krieger beglotzen, wahrscheinlich etwas trinken und dann sicher nicht angetrunken, aber spät und noch sicherer alleine zu Bett gehen werde.

Ich entschied mich für N°4, wobei es dann ein Spatz wurde und eine Kombination von 2 und 3, zumindest was die Getränkewahl betrifft, mais non, je ne regrette rien.